Parkett-Workcamp 2017 im Schloß Dahlen

Parkettleger waren mit Workcamp im Schloß Dahlen

Zum Tag des offenen Denkmals am 10.9.2017 entschlossen wir uns mit der gesamten Familie nach Nordsachsen zu fahren um die Arbeiten der Berufskollegen im Schloss Live anzusehen.

Gegen 10 Uhr fuhren wir in Thüringen los. Dann über Sachsen-Anhalt zum Zielort Schloss Dahlen in Nordsachsen bei Leipzig. Wo es bei uns nur 14 °C waren, riss unterwegs die Wolkendecke auf und die Temperaturen stiegen an auf 20,5 °C. In Dahlen angekommen schien herrlich die Sonne und es war schon einiges auf dem Parkplatz los. Die Barocke Schlossanlage „Dahlen“ wurde um 1744 von Heinrich Graf von Brünau erbaut und hat eine Baustil Form ähnlich einem H erhalten. Zur Anlage selbst gehören mehrere Gebäude, die teils leer stehen. Auch das Schloß selbst ist auf Grund eines Brandes im Jahre 1973 arg mitgenommen. Liebevoll kümmert sich der Verein: Schloss- und Parkverein „Dahlen“ e.V. um die Erhaltung, führt Schlossführungen durch und kämpft um finanzielle Mittel. Nach dem Brand von 1973 wo die Presse nur spärlich darüber Informationen an die Öffentlichkeit gab, ist weiter unklar geblieben ob das Schloss wieder aufgebaut wird, da es an finanziellen Mitteln fehlt.

Im Schloß angekommen führt eine kurze Treppe direkt hinein ins Erdgeschoß. Hier wurden wir sofort freundlich empfangen und man bot uns die Schloßführung an, die kostenfrei war. Im Eingangsbereich wurde sehr viel Geschichtliches über die Schlossanlage berichtet, bevor es dann in die Kellerräume hinab über eine Treppe ging, wo sich gern Fledermäuse aufhalten. Es roch modrig. Man sah auch die nassen alten Schloßmauern. Hier wurde erklärt, wie diese Räume genutzt worden sind.

Über eine 2. Treppe wieder nach oben, kamen wir dann im „Friedensraum“ an. Hier wurde erklärt wie der Name zustande kam. Vor allem an den Wänden und Decken nagte der Zahn der Zeit. Da die alten Holzdecken einzustürzen drohten, hat man aus Stein Zwischendecken eingezogen. In einer Ecke kann man die Originalhaustüre von 1753 noch sehen, ebenso wie eine alte erhaltene Zwischentür. Man war schon sehr bemüht, viele Dinge noch zeigen zu können, doch einiges fiel dem Brand oder auch Plünderungen zum Opfer oder wurde ggf. auch verscherbelt.  Ebenso stehen auch noch 2 Originalgussglocken im Eingangsbereich.

Der sog. Prunkraum „Weißer Saal“ war dann der nächste, wo alles früher aus weißem Stuck war. Hinten in der Ecke sah man wo ein alter Ofen stand. Die zu damaliger Zeit in dem ganzen Haus zur Beheizung genutzt wurden. Offenbar war dies auch der Brandauslöser, da der gesamte Dachstuhl komplett brannte und so die Tragödie nicht mehr zu verhindern war. Auf einem Originalbild kann man schön sehen wie der Weiße Saal mit seinem Stuck früher im Glanze erschien. Und genau in diesem Raum, ist heute in einer Ecke das letzte Stück Originalparkett noch zu sehen. Viele Räume im Schloss waren mit Parkettboden ausgestattet.

Über eine imposante Treppenanlage, groß und weit und hoch gelangt der Besucher ins Obergeschoß, mit einem langen Flur.

Ja und von hieraus kam man in die beiden Räume, die in der Zeit vom 2.9.-10.9.2017 im Workcamp 2017 der Parkettleger in Zusammenarbeit mit den Hauptsponsoren Hinterseer & Pallmann mit Parkettböden nach dem Versailler Muster aus verschiedenen Hölzern neu belegt worden.  Insgesamt 11 Nationen sowie die Auszubildenden der Gewerblichen Schule Ehingen, (Parkettleger) waren am Projekt beteiligt.

Man konnte selbst von Einheimischen ein Ah und das ist aber schön geworden, hören. Einige Besucher verweilten in dem großen Raum der weiß gestrichene Wände aufwies und an der Decke einen goldenen Kronleuchter hat. Hier war er nun der neue Parkettboden. Wir als Fachleute richteten unsere Aufmerksamkeit dem Fries rundherum, weil hier alle Beteiligten und vor allem Verleger namentlich im Schriftzug aufgeführt sind. Hiervon kennen wir viele.

Für uns war dies auch etwas Besonderes. Weil wieder einmal mehr, gerade hier im Schloss die Wertigkeit der Parkettböden zum Ausdruck kommt. Das muss echt so gesagt werden: unsere Berufskollegen haben hier ganze Arbeit geleistet und dem Schloss einen richtigen Schatz an Wert eingebaut.

Der Mann vom Verein bekam schnell mit das wir vom Fach sind und sagte uns: Wissen Sie, allesamt die jungen Leute die waren so nett und das hat alles prima funktioniert. Offenbar war selbst der Verein total platt von dieser gigantischen Leistung. Auch wenn mal kurzzeitig wegen der vielen erforderlichen Maschinen das Stromnetz nicht so wollte, wie es sollte. Das wurde auch relativ komplikationslos behoben. In einem anderen Raum sah man noch die Originalholzverblendung unterhalb der Fenster, wobei hier sogar noch Brandstellen von 1973 sichtbar sind.

Alles in allem hat das Schloss sehr gelitten. Im Schloß zeigte man 3 Preise von Studenten die zum Projekt eine Ausarbeitung über die Weiterführung des Schlosses gemacht haben. Allerdings sind diese wohl aus Kostengründen in den Schubladen verschwunden, da keines der Projekte durch das Land Sachsen umgesetzt wurde. Man könnte viel aus dem Schloss machen. Doch leider fehlen hier die Finanzen. Insgesamt sieht man dem Hause die Zeiten des Leerstandes an. Nasse Wände, alleine an der Bausubstanz ist extrem viel erforderlich.

Wir waren komplett beeindruckt. Viele Impressionen, vor allem Bilder aber auch noch mal ein Zwischenstopp in den Räumen mit dem wundervollen Parkettboden, bleiben uns in Erinnerung. Wahrscheinlich auch, weil man einige der Mitgestalter kennt. Und was toll war: einer der Auszubildenden der das Pall Magic Oil aufgebracht hatte, war noch im Schloss und wir konnten kurz mit ihm reden. Er sagte uns, das er im 2. Ausbildungsjahr ist und auf alle Fälle anschließend seinen Parkettlegermeister machen wird. Er fand diese gesamte Aktion so toll und auch er wird mit enormen Eindrücken nach Hause reisen.

Da wir unweit von Leipzig waren, fuhren wir nach dem Schloßbesuch noch zum ehemaligen Berufskollegen Werner Puffe in Leipzig, der mittlerweile 83 Jahre alt geworden ist. Als wir erzählten wo wir her kommen und Achim Kessel und Werner Puffe feststellten, das Sie sich als Berufskollegen bereits 53 Jahre kennen war das Staunen enorm. Es gab noch viel zu erzählen, auch aus alten Zeiten. Gegen 19 Uhr ging es wieder gen Heimat.

Und so verbrachten wir den Tag des offenen Denkmals 2017 in einem ganz besonderen Schloss, in der Dahlener Heide.

An welchem Ort waren Sie am Tag des Denkmals?

 

Im Anhang haben wir Ihnen einige Fotoimpressionen mitgebracht:

Schloss Dahlen: Der weiße Saal mit Stuckarbeiten & Kamin
Nach dem Brand 1973 im Schloss Dahlen
Presseartikel rund um das Schloss Dahlen
Schloss Dahlen: Alte Türanlage
Das letzte Stück Originalparkett im weißen Saal
Die neuen Parkettböden 2017: das Versailler Muster
Ein Hauptsponsor vom Workcamp ist die Firma Pallmann Würzburg
Der große Saal hat nun in der Mitte das Stadtwappen von Dahlen.